Migräne und Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden unserer Zeit. Viele Betroffene fühlen sich ihnen hilflos ausgeliefert und greifen regelmäßig zu Medikamenten. Doch es gibt gute Nachrichten: Mit Wissen, gezielten Übungen und einem besseren Verständnis für die Vorgänge im Körper kannst du selbst Einfluss nehmen.
Migräne ist mehr als „nur“ Kopfschmerz
Migräne ist eine chronische neurovaskuläre Erkrankung. Das bedeutet, dass sowohl die Nerven als auch die Blutgefäße beteiligt sind. Häufig besteht zudem eine familiäre Veranlagung. Migräne entsteht also nicht, weil man „zu empfindlich“ ist, sondern hat klare neurophysiologische Ursachen.
Typisch ist eine Übererregbarkeit des Nervensystems. Reize wie Stress, Schlafmangel, Hormonschwankungen zu viel Bildschirmarbeit etc. können dann leichter eine Attacke auslösen.
Die Rolle von Hals- und Schultermuskulatur
Was viele überrascht: Bei Migräne ist die Halsmuskulatur häufig nicht ausreichend stabil. Der Körper reagiert darauf mit Schutzmechanismen – die Muskulatur wird hyperton, also dauerhaft angespannt. Diese Spannung kann wiederum das Nervensystem zusätzlich reizen und Migräneattacken begünstigen.
Gezielte, einfache Übungen können hier regulierend wirken.
Übung 1: Zungenmuskulatur stärken
Die Zunge ist neurologisch eng mit dem Hals- und Nackenbereich verbunden. Eine bessere Zungenfunktion kann daher auch Spannung im Nacken positiv beeinflussen.
So geht’s:
- Mund geschlossen halten
- Mit der Zunge große Kreise entlang der Zahnreihe machen
- 10× im Uhrzeigersinn, 10× gegen den Uhrzeigersinn
- Einmal täglich
Diese Übung ist klein, aber wirkungsvoll – vor allem bei regelmäßiger Anwendung.
Migräne und Atmung: CO₂‑Toleranz verbessern
Bei vielen Migränepatientinnen liegt eine sogenannte CO₂‑Intoleranz vor. Das bedeutet, dass das Atemsystem sensibel auf Kohlendioxid reagiert. Eine verlängerte Ausatmung kann helfen, das Atem- und Nervensystem zu regulieren.
Gleichzeitig signalisiert eine ruhige, verlängerte Ausatmung dem Nervensystem: Es ist sicher. Entspannung ist möglich.
Atemübung im Liegen:
- Lege dich auf den Rücken
- Lege beide Hände auf den Bauch
- Atme durch die Nase in den Bauch ein (Bauchdecke hebt sich)
- Atme durch die Nase aus dem Bauch aus (Bauchdecke senkt sich)
Starte z. B. mit einem Rhythmus von 3 Sekunden einatmen, 6 Sekunden ausatmen (3:6). Wenn dir das zu leicht oder zu schwer ist, passe den Rhythmus individuell an.
Trigeminusnerv sanft stimulieren
Der Nervus trigeminus spielt bei Migräne eine zentrale Rolle. Er besitzt drei Äste:
- Stirn
- Oberkiefer
- Unterkiefer
Damit versorgt er das gesamte Gesicht sensibel.
Eine Möglichkeit der Regulation ist die transkutane Nervenstimulation, also eine Reizung über die Haut.
So kannst du das umsetzen:
- Nimm eine Zahnbürste
- Bürste sanft dein Gesicht auf der Migräneseite
- Erreiche Stirn, Ober‑ und Unterkieferbereich
- 5 Minuten täglich
Selbstwirksamkeit statt Hilflosigkeit
Migräne und Kopfschmerzen müssen kein Schicksal sein, dem man ausgeliefert ist. Mit dem richtigen Wissen, gezielten Übungen und individueller Begleitung kannst du:
- die Stärke der Attacken reduzieren
- die Häufigkeit verringern
- im besten Fall den Medikamentenbedarf senken
Mein Ansatz lautet: So viel wie nötig – so wenig wie möglich. Medikamente haben ihren Platz, doch sie werden über Leber und Nieren abgebaut – Organe, die ohnehin Schwerstarbeit leisten.
Individuelle Unterstützung bei Migräne & Kopfschmerzen
Wenn du dir eine gezielte, individuelle Begleitung wünschst, lade ich dich herzlich zu einem Erstbefund ein. Mithilfe eines evidenzbasierten Testverfahrens finden wir gemeinsam heraus, um welche Art von Kopfschmerzen es sich bei dir handelt.
Darauf aufbauend erhältst du passgenaue Übungen, die du selbstständig zu Hause umsetzen kannst – klar, verständlich und alltagstauglich.
👉 Hier kannst du deinen Termin buchen:
https://app.cituro.com/booking/2313859
Mein Ziel: Dass du verstehst, was in deinem Körper passiert – und weißt, was du selbst tun kannst, um dich zu unterstützen.
