Mut ist, wenn man’s trotzdem macht
Mut sieht oft anders aus, als wir denken.
Er ist laut, sichtbar, spektakulär – glauben wir zumindest. In Wirklichkeit ist Mut häufig leise. Unsicher. Und manchmal beginnt er mit einem einzigen Wort: „Oh je.“
Eine Szene aus meiner Praxis
Neulich lag eine Patientin bei mir in der Praxis auf der Matte.
Kein Gerätepark, kein Fitnessstudio-Feeling. Nur sie, ihr Körpergewicht und der Boden.
Ich sagte zu ihr:
„Ich würde gern einen kleinen Kraftausdauer-Test mit dir machen.“
Sie verzog das Gesicht und meinte nur:
„Oh je …“
Diese Patientin kämpft mit Übergewicht. Bewegung gehört nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen, Sport mochte sie noch nie. Schmerzen begleiten sie schon lange. Trotzdem hatte sie mir zuvor aufmerksam zugehört, als ich erklärt habe, warum Krafttraining so viel mehr ist als Muskelaufbau.
Dass Muskeln beim Arbeiten Botenstoffe ausschütten, die im ganzen Körper wirken. Dass Bewegung nicht nur den Körper, sondern auch Stoffwechsel, Stimmung und innere Prozesse beeinflussen kann. Mehr habe ich an dieser Stelle gar nicht ausgeführt.
Sie überlegte kurz – und sagte dann ja.
Das Ergebnis war nicht der entscheidende Punkt
Der Test zeigte, was zu erwarten war: Ihre Kraftausdauer lag unter dem Durchschnitt.
Kein Drama. Von nichts kommt nichts.
Viel wichtiger war etwas anderes.
Beim nächsten Termin kam sie in die Praxis und sagte nicht:
„Ach, lassen wir das lieber.“
Sondern:
„Ich würde gern die Auswertung sehen.“
Nicht ich sprach sie darauf an. Sie wollte es wissen.
Wir gingen die Übungen noch einmal gemeinsam durch. Genau die, bei denen sie Defizite hatte. Ich korrigierte, erklärte, passte an. Und sie machte mit. Ohne Murren. Ohne Ausrede.
Und genau in diesem Moment wurde mir klar: Das ist Mut.
Was Mut wirklich bedeutet
Mut heißt nicht, etwas schon gut zu können.
Mut heißt nicht, schmerzfrei, leichtfüßig oder voller Energie zu sein.
Mut heißt, sich etwas zu stellen, obwohl es schwerfällt.
Hinzuschauen, obwohl Wegsehen einfacher wäre.
Für Menschen, die fit sind, ist Starten oft kein großes Thema. Für Menschen mit Übergewicht, chronischen Schmerzen, schlechten Erfahrungen mit Bewegung oder jahrelangem innerem Kampf ist jeder Anfang eine Hürde.
Und genau deshalb ist es so wichtig, diesen Mut auch zu würdigen.
Warum Feiern kein Luxus ist
Sich selbst zu feiern heißt nicht, sich etwas schönzureden.
Es heißt anzuerkennen: Ich bin losgegangen.
Nicht erst, wenn alles perfekt läuft.
Nicht erst, wenn Ergebnisse sichtbar sind.
Sondern genau dann, wenn man es trotzdem macht.
Das kann ganz schlicht sein:
- ein inneres „Jawohl“
- ein kurzes Lächeln
- ein Bild im Kopf, wie du oben am Gipfel stehst und die Arme hebst
Warum das so wichtig ist?
Weil dein Gehirn lernt: Das hier lohnt sich.
Und weil genau das die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass du es wieder tust. Und wieder. Und wieder.
So entstehen neue Gewohnheiten.
Ganzheitlich denken heißt auch: Mut stärken
Genau hier verbindet sich meine ursprüngliche physiotherapeutische Ausbildung mit dem, was ich heute immer mehr mache: Menschen nicht nur körperlich zu begleiten, sondern sie dabei zu unterstützen, neue Gewohnheiten aufzubauen, Vertrauen in sich selbst zu entwickeln und den Mut zu finden, dranzubleiben.
Gerade bei chronischen, unsichtbaren Erkrankungen braucht es oft genau das: jemanden, der Mut macht. Und die Erinnerung daran, dass jeder kleine Schritt zählt.
Fazit
Wenn du heute etwas tust, das dir schwerfällt:
Feier dich dafür.
Nicht irgendwann.
Sondern jetzt.
Denn genau dort beginnt Veränderung.
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