by Andrea Löffler

Vom Feind zum Freund: wie ich meinen Tinnitus und den Kampf dagegen aufgegeben habe

Februar 23, 2026 | Allgemein

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2002. Erstes Staatsexamen. Und dann das.

Ich wachte morgens auf – und sofort war etwas anders.

Mein linkes Ohr fühlte sich an wie in Watte. Wie unter Wasser. Gedämpft. Fremd.

„Geht bestimmt gleich wieder weg“, dachte ich.

Ich hatte nämlich keine Zeit für sowas. Ich bezahlte meine Ausbildung selbst – ein Heidengeld. Ich arbeitete nebenher. Und ich stand kurz vor der wichtigsten Prüfung meines Lebens. Es musste funktionieren. Es musste.

Also bin ich zur HNO-Ärztin. Kortison-Infusionen. Eine nach der anderen.

Es half nichts.

Stattdessen blieb er: Ein hoher, lauter Ton. Nur für mich hörbar. Mein Tinnitus.

Tagsüber funktionieren. Nachts kämpfen.

Tagsüber funktionierte ich. Gutes Staatsexamen. Trotz Hörsturz. Nach außen hin: alles in Ordnung.

Aber nachts – nachts war es anders.

Ich wachte auf, weil dieser Ton so unfassbar laut war. Und die Gedanken kamen sofort: „Ich halte das nicht mehr aus.“ „Wie soll ich so schlafen?“ „Ich muss doch fit sein.“

Ich begann zu kämpfen.

Wie werde ich ihn los? Was muss ich noch tun? Warum geht er nicht weg?

Und genau da lag der Fehler.

Je mehr ich ihn als Feind sah, desto mehr drehte sich alles um ihn. Meine Gedanken. Meine Aufmerksamkeit. Meine Anspannung. Mein Nervensystem lief im Überlebensmodus – Hypervigilanz, Dauerstress, kein Ausweg in Sicht.

Nach drei Monaten war klar: chronisch.

Der Wendepunkt: Aufhören zu kämpfen

Seltsamerweise fiel mit dieser Diagnose ein Teil des Drucks ab.

„Gut. Dann ist es jetzt eben so.“

Und dann begann ich, anders zu denken:

Was, wenn er gar nicht mein Feind ist? Was, wenn er mein Warnsystem ist – mein persönlicher Frühwarnmelder, der mir zeigt, wann ich zu viel mache?

Was, wenn ich aufhöre zu kämpfen?

Ich begann, ihn als Freund zu betrachten.

Ab da veränderte sich etwas.

Ich arbeitete nicht mehr gegen ihn – sondern mit meinem Nervensystem. Mindsetarbeit. Gedankenhygiene. Mentale Arbeit. Nicht, um ihn wegzumachen. Sondern um aus dem inneren Kampf auszusteigen.

Heute: Habituiert. Und frei.

Heute habe ich immer noch Tinnitus.

Aber er hat keine Macht mehr über mich.

Mal ist er lauter. Mal leiser. Er ist habituiert. Wir arbeiten zusammen.

Und ich habe verstanden: Ganz oft macht nicht nur die Erkrankung selbst uns fertig – sondern der innere Kampf dagegen.

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Andrea Löffler ist Physiotherapeutin, Yogalehrerin und Coachin i.A. Sie begleitet Menschen mit unsichtbaren und chronischen Erkrankungen auf ihrem Weg zurück in die eigene Kraft.

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